Schleißheim und München ließen
abheben
Die GFL hat nicht nur ihre monatlichen Vortragstreffen im Zeltweger M-Rast-Hotel. Neben der jährlichen Generalversammlung zählt
auch eine Studienreise zu den Highlights. Nach dem Ausfall 2025 wurde von den bundesweit verstreuten Mitgliedern dieser
Gesellschaft zur Förderung der Österreichischen Luftstreitkräfte schon gespannt die zweitägige Studienreise 2026
erwartet. Und wieder hat der Vorstand, jetzt unter Präsident GenMjr iR Mag. Karl Gruber, den Spagat geschafft, sowohl eingefleischten Enthusiasten der Luftfahrt als auch der ganzen Familie
Interessantes zu bieten.
Frankfurter ohne Reißverschluß
Fahrer Roland bog am Samstag, 4. Juli, kurz vor 8 Uhr bei Traumwetter mit dem übrigens spanischen, weinroten „Irizar i8″
Tieber-Luxusbus beim Sportzentrum Zeltweg ein. Generalsekretär Oberst Markus Mahler begrüßte das Hauptkontingent der
Teilnehmer und -innen. Standeskontrolle. Schon ging es zur Komplettierung weiter zu den Sammelstellen Rottenmann,
Voralpenkreuz und Haupttor Schwarzenbergkaserne Salzburg. Um im ersten Tagesziel, dem Deutschen Museum Flugwerft
Schleißheim nahe München möglichst viel Zeit zu haben, servierten Oliver und Elmar im Bus nicht nur Getränke, sondern
auch köstliche, heiße Frankfurter. Was ganz ohne Reißverschluss gelang. Kapitän Roland sorgte nicht nur für eine Fahrern
vorgeschriebene Kurzpause, sondern zeigte sich auch als gewiefter Stau-Umfahrer.
Flugwerft-Museum Schleißheim
Das Flugwerft-Museum Schleißheim erwies sich für die Luftfahrtbegeisterten als gar nicht so kleines Paradies. Begonnen
vom Gleitflugapparaten aus dem Jahr 1907 über einen Nurflügler bis zum Eurofighter sind dort auf 8000 m2 in den Hallen
und im Freigelände genau beschriebene 74 Luftfahrzeuge von Fokker bis Rumpler, Focke Wulf, Heinkel, Dornier, Messerschmitt
usw. zur Schau gestellt. Auch die dann nicht in Serie gegangene überschallschnelle VJ 101 C, der senkrechtstartende Abfangjäger
als Nachfolger der Lockheed F-104G „Starfighter“, ist ebenso zu bewundern wie Teile der Ariane 5 Trägerrakete.
Nach Museumsschluss war in München das Hotel Rilano nächstes Ziel, nach Zimmerbezug und Erfrischungspause wartete dort in
gepflegtem Ambiente ein haubenverdächtiges Abendessen mit Ausklang bei gemütlicher Reflexion im Gastgarten.
Deutsches Museum München
Nach dem Frühstücksbüffet am Sonntag, 5. Juli, ging es mit dem Bus zur Museumsinsel zum Deutschen Museum München. Ab 9
Uhr waren dort 6 Stunden Zeit zur Verfügung. Sie langten für einen Überblick. Um die 20 Ausstellungen auf 20.000 m2 genauer zu
studieren, müsste man 6 Tage einplanen. Aber auch so faszinierten die Bereiche wie Chemie, Physik, Optik, Modellbahn, Elektronik,
Atomphysik, Brücken und Wasserbau usw. Oder im Bereich Robotik ein auf einer Gibson e-Gitarre spielender Roboter. Erinnert wurde auch an den mit 17.468 anfälligen Elektronenröhren ausgerüsteten 1942 gebauten US-Großrechner Eniac.
Interessant auch die aufgeworfene Frage, wozu KI unkontrolliert ausufernd fähig sein wird. „Bild, Schrift, Codes“ erinnerte an
Gutenbergs Erfindung der beweglichen Letter. Thematisiert wurde auch auf Geheimschriften, Ver- und Entschlüsselungen
eingegangen und der Weg von Bleisatz und Buchdruck zur heutigen Telekommunikation gestreift.
Historische und moderne Luftfahrt
Hauptinteresse der Reisegruppe lag bei der historischen und bei der modernen Luftfahrt bis hin zur Raumfahrt. Da konnten nicht nur etliche Junkers-Flugzeuge bewundert oder durch eine der legendären, mit drei Sternmotoren ausgerüsteten „Tante JU“
gewandert werden, da wurde auch auf die basisgebende Messerschmitt-Technologie der ersten Strahltriebwerke und auch
auf die V 2 eingegangen. Oder dann zur Erholung in der Sammlung Musikinstrumente Zupf-, Schlag-, Streich- und Blasinstrumente
auch für die Orgelentwicklung Beispielhaftes besichtigt.
Abgehoben trotz völliger Überladung mit faszinierenden Reiseeindrücken ging es von München aus heimwärts. Bis
Salzburg waren durch Stau mal wieder drei Stunden nicht zu unterschreiten. Ab Salzburg sorgte dann eher Seil- wie
Schnürlregen auf der wieder zügigen Heimfahrt für unser saftiges Grün. Insgesamt eine Studienreise, die mit Top-Organisation,
Wissenserweiterung und Kontaktpflege würdig an die bisherigen anschließt.
Bericht von: Hans Georg Ainerdinger