Saab Safir

Vorwort:
Für die in Zeltweg geplante Ausstellung „Sammlung 2005“ wurde im Bereich der Fliegerwerft 2 nach einem geeigneten Bediensteten auf Werkmeisterebene gesucht, der bei der Restaurierung der vorgesehenen Saab 91D „Safir“ mitwirken sollte.
Da ich für die „Safir“ bis zu deren Ausscheidung die Qualifikation gemäß der Militärluftfahrtpersonalverordnung (MLPV) hatte und mich das Projekt sofort begeisterte, habe ich meine Mithilfe gerne zugesagt.

Erkundung:
Am 18. Dez. 03 war es dann so weit, wir sollten uns im Heeresgeschichtlichen Museum zur ersten Begutachtung der Luftfahrzeuge treffen. Während der Bahnfahrt von Zeltweg nach Wien gingen mir alle möglichen und unmöglichen Gedanken durch den Kopf. Man hatte über die Lagerstätte der Luftfahrzeuge gesprochen, wie über den Schatz in den Pyramiden. Ich wusste nicht, was mich dort erwarten würde und wir hatten nur Angaben darüber, wer welches Luftfahrzeug zur „Bearbeitung“ bekommen würde. Die Fliegerwerft 2 in Zeltweg sollte die letzten sich im Heeresbereich befindlichen Saab 91D wieder in einen ausstellungswürdigen Zustand bringen. Da unsere Werft von 1964 bis 1993 die Typenwerft für diese Flugzeuge war, würden wir ohne Zweifel unser Bestes geben, um diesen bedeutenden Flugzeugtyp der österreichischen Militärluftfahrt der Öffentlichkeit bei der Jubiläumsausstellung 2005 in erstklassigem Zustand zu präsentieren.Erkundung
Am 18. Dez. 03 war es dann so weit, wir sollten uns im Heeresgeschichtlichen Museum zur ersten Begutachtung der Luftfahrzeuge treffen. Während der Bahnfahrt von Zeltweg nach Wien gingen mir alle möglichen und unmöglichen Gedanken durch den Kopf. Man hatte über die Lagerstätte der Luftfahrzeuge gesprochen, wie über den Schatz in den Pyramiden. Ich wusste nicht, was mich dort erwarten würde und wir hatten nur Angaben darüber, wer welches Luftfahrzeug zur „Bearbeitung“ bekommen würde. Die Fliegerwerft 2 in Zeltweg sollte die letzten sich im Heeresbereich befindlichen Saab 91D wieder in einen ausstellungswürdigen Zustand bringen. Da unsere Werft von 1964 bis 1993 die Typenwerft für diese Flugzeuge war, würden wir ohne Zweifel unser Bestes geben, um diesen bedeutenden Flugzeugtyp der österreichischen Militärluftfahrt der Öffentlichkeit bei der Jubiläumsausstellung 2005 in erstklassigem Zustand zu präsentieren.

Als sich die riesigen Holztore im HGM erstmals öffneten, blieb unser Mund in anbetracht dessen, was wir sahen, offen. Es waren tatsächlich Meilensteine der Fliegertruppe der 2. Republik, in natürlich auf Grund der Lagermöglichkeiten stark demontierten Zustand vorhanden: YAK-18, YAK-18 11, LT-6 „Texan“ und 2 Saab 91D. Jeder kümmerte sich sofort mit glänzenden Augen um „sein“ Flugzeug. Es begann die Suche nach Tragflügeln, Seitenleitwerken, Rudern, Motoren, Kisten wurden geöffnet und enttäuscht wieder geschlossen oder sofort auf Grund des Inhalts zum richtigen Luftfahrzeug gestellt. Nach einiger Zeit hatten eigentlich alle gefunden, wonach sie suchten. Die Flugzeuge wurden vermessen, um geeignete Transportgestelle anfertigen bzw. die Transportfahrzeuge festlegen zu können.Als sich die riesigen Holztore im HGM erstmals öffneten, blieb unser Mund in anbetracht dessen, was wir sahen, offen. Es waren tatsächlich Meilensteine der Fliegertruppe der 2. Republik, in natürlich auf Grund der Lagermöglichkeiten stark demontierten Zustand vorhanden: YAK-18, YAK-18 11, LT-6 „Texan“ und 2 Saab 91D. Jeder kümmerte sich sofort mit glänzenden Augen um „sein“ Flugzeug. Es begann die Suche nach Tragflügeln, Seitenleitwerken, Rudern, Motoren, Kisten wurden geöffnet und enttäuscht wieder geschlossen oder sofort auf Grund des Inhalts zum richtigen Luftfahrzeug gestellt. Nach einiger Zeit hatten eigentlich alle gefunden, wonach sie suchten. Die Flugzeuge wurden vermessen, um geeignete Transportgestelle anfertigen bzw. die Transportfahrzeuge festlegen zu können.

Nachdem alles festgehalten und notiert wurde, ging es ums Bestaunen der Luftfahrzeuge die man nicht zugeteilt bekommen hatte. Die „Texan“ war natürlich mächtig gegen die kleine „Safir“, auch die Safir vor dem HGM YAK-11, welche ebenfalls von der Fliegerwerft 2, jedoch der 2. Fachabteilung in Graz restauriert werden sollte, war ein stolzes Objekt.
So mancher hätte sich gerne ein anderes Luftfahrzeug gewünscht, da nicht nur die Größe sondern auch der vermutliche Arbeitsaufwand unterschiedlich zu sein schien. Aber es waren alle stolz, bei diesem einzigartigen Projekt der Luftstreitkräfte dabei zu sein.Nachdem alles festgehalten und notiert wurde, ging es ums Bestaunen der Luftfahrzeuge die man nicht zugeteilt bekommen hatte. Die „Texan“ war natürlich mächtig gegen die kleine „Safir“, auch die Safir vor dem HGM YAK-11, welche ebenfalls von der Fliegerwerft 2, jedoch der 2. Fachabteilung in Graz restauriert werden sollte, war ein stolzes Objekt.
So mancher hätte sich gerne ein anderes Luftfahrzeug gewünscht, da nicht nur die Größe sondern auch der vermutliche Arbeitsaufwand unterschiedlich zu sein schien. Aber es waren alle stolz, bei diesem einzigartigen Projekt der Luftstreitkräfte dabei zu sein.

Transport
Das Abholen der beiden „Safir“ wurde am 14. Jänner 04 (Dienstbezeichnung 3F-SO) und 27. Jänner 03 (DBZ 3F-SW) durchgeführt. Die klimatischen Bedingungen beim Beladen entsprachen ganz den Temperaturen und der Wetterlage der Länder aus denen die Luftfahrzeuge, die wir holen sollten, stammten, aus Schweden und der Sowjetunion: Regen, Schnee, stürmischer Wind und eisige Kälte. Die Kleinteile wurden vor Ort verladen und die Luftfahrzeuge wurden, nachdem die Reifen nach Jahrzehnten wieder frisch „beatmet“ wurden, zum festgelegten Verladeplatz Historische Schmankerln auf dem Tieflader geschoben.Transport
Das Abholen der beiden „Safir“ wurde am 14. Jänner 04 (Dienstbezeichnung 3F-SO) und 27. Jänner 03 (DBZ 3F-SW) durchgeführt. Die klimatischen Bedingungen beim Beladen entsprachen ganz den Temperaturen und der Wetterlage der Länder aus denen die Luftfahrzeuge, die wir holen sollten, stammten, aus Schweden und der Sowjetunion: Regen, Schnee, stürmischer Wind und eisige Kälte. Die Kleinteile wurden vor Ort verladen und die Luftfahrzeuge wurden, nachdem die Reifen nach Jahrzehnten wieder frisch „beatmet“ wurden, zum festgelegten Verladeplatz Historische Schmankerln auf dem Tieflader geschoben.

Die Verladung durch die Transportkompanie des Fliegerregimentes 2 verlief problemlos, da es sich um Profis handelte, die schon einige SAAB Draken Transporte zu bewältigen hatten. Am nächsten Morgen erfolgte in Zeltweg das Abladen und Zwischenlagern in der Halle IV, der ehemaligen alten Fliegerwerft 2. Aus dem Bestand der Heeresversorgungsschule bekamen wir noch die SAAB Safir 91 D mit der Kennung 3F-SP.Die Verladung durch die Transportkompanie des Fliegerregimentes 2 verlief problemlos, da es sich um Profis handelte, die schon einige SAAB Draken Transporte zu bewältigen hatten. Am nächsten Morgen erfolgte in Zeltweg das Abladen und Zwischenlagern in der Halle IV, der ehemaligen alten Fliegerwerft 2. Aus dem Bestand der Heeresversorgungsschule bekamen wir noch die SAAB Safir 91 D mit der Kennung 3F-SP.
Restaurierung
Nun mussten wir uns entscheiden, welches Luftfahrzeug wir in welchen Zustand bringen würden. Die 3F-SW fiel für die Ausstellung gleich aus der Wertung, da sie den schlechtesten Allgemeinzustand aufwies. Kein Triebwerk, fast keine Instrumente, schlechteste Lackierung. Ihr kommt die Aufgabe zu, nach Neulackierung und entsprechenden Konservierungsarbeiten am Gelände des FlH Hinterstoisser die lange Verbundenheit dieses Typs mit dem Fliegerhorst und der Fliegerschule zu dokumentieren. Die 3F-SO befand sich in einem besseren Zustand und so fiel unsere Wahl für die Ausstellung auf diese Safir. Die 3F-SP sollte als Ersatzteillager dienen und danach auch nach Möglichkeit wiederhergestellt werden.
Restaurierung
Nun mussten wir uns entscheiden, welches Luftfahrzeug wir in welchen Zustand bringen würden. Die 3F-SW fiel für die Ausstellung gleich aus der Wertung, da sie den schlechtesten Allgemeinzustand aufwies. Kein Triebwerk, fast keine Instrumente, schlechteste Lackierung. Ihr kommt die Aufgabe zu, nach Neulackierung und entsprechenden Konservierungsarbeiten am Gelände des FlH Hinterstoisser die lange Verbundenheit dieses Typs mit dem Fliegerhorst und der Fliegerschule zu dokumentieren. Die 3F-SO befand sich in einem besseren Zustand und so fiel unsere Wahl für die Ausstellung auf diese Safir. Die 3F-SP sollte als Ersatzteillager dienen und danach auch nach Möglichkeit wiederhergestellt werden.

Mitte Juni war es dann so weit und wir holten die 3F-SO und 3F-SW in die Halle der Fliegerwerft 2. Wir begannen an beiden Luftfahrzeugen mit einer gründlichen Reinigung, um die weiteren Arbeiten zu beginnen.Mitte Juni war es dann so weit und wir holten die 3F-SO und 3F-SW in die Halle der Fliegerwerft 2. Wir begannen an beiden Luftfahrzeugen mit einer gründlichen Reinigung, um die weiteren Arbeiten zu beginnen.

 

Die „SW“ sollte, wie erwähnt, als Aufstellungsobjekt für Außen aufbereitet werden. Da die Beplankung der Tragflügel teilweise und die der Ruder ganz aus Leinen besteht, mussten die Teile an diesen Stellen mit Metall überzogen werden, um sie der Witterung aussetzen zu können.Die „SW“ sollte, wie erwähnt, als Aufstellungsobjekt für Außen aufbereitet werden. Da die Beplankung der Tragflügel teilweise und die der Ruder ganz aus Leinen besteht, mussten die Teile an diesen Stellen mit Metall überzogen werden, um sie der Witterung aussetzen zu können.

Spenglerhandwerk war für die nächsten Wochen gefragt. Transport der Safir nach St. Michael Die Metallflächen waren jetzt teilweise blank und wir entschieden uns daher für eine Ganzlackierung (RAL1007) der „SW“. Das Abschleifen und die Grundlackierarbeiten wurden in der Fliegerwerft 2 durchgeführt. Für die Decklackierung entschieden wir uns, der professionellen Qualität und der Umwelt zuliebe, die Lackierkabine in der Kaserne St. Michael zu nutzen. Dort war schon die letzte 91D (zur Zeit als sie noch im Flugdienst stand) nach der Grundüberholung lackiert worden.Spenglerhandwerk war für die nächsten Wochen gefragt. Transport der Safir nach St. Michael Die Metallflächen waren jetzt teilweise blank und wir entschieden uns daher für eine Ganzlackierung (RAL1007) der „SW“. Das Abschleifen und die Grundlackierarbeiten wurden in der Fliegerwerft 2 durchgeführt. Für die Decklackierung entschieden wir uns, der professionellen Qualität und der Umwelt zuliebe, die Lackierkabine in der Kaserne St. Michael zu nutzen. Dort war schon die letzte 91D (zur Zeit als sie noch im Flugdienst stand) nach der Grundüberholung lackiert worden.

Als die „SW“ in der Kaserne St. Michael entladen wurde, fragten viele Bedienstete, ob dieses Flugzeug hier in der Kaserne bleibt. Wir mussten sie leider enttäuschen. Da der Motor fehlte, wir aber natürlich die Luftschraube montieren mussten, war Erfindergeist gefragt. Der Originalmotor-Vorbau wurde durch eine spezielle Eigenkonstruktion „Made by FlWft 2“ ergänzt, um eine feste Aufnahme für die Luftschraubennabe zu erhalten.Als die „SW“ in der Kaserne St. Michael entladen wurde, fragten viele Bedienstete, ob dieses Flugzeug hier in der Kaserne bleibt. Wir mussten sie leider enttäuschen. Da der Motor fehlte, wir aber natürlich die Luftschraube montieren mussten, war Erfindergeist gefragt. Der Originalmotor-Vorbau wurde durch eine spezielle Eigenkonstruktion „Made by FlWft 2“ ergänzt, um eine feste Aufnahme für die Luftschraubennabe zu erhalten.

Die „SW“ war die letzte Saab 91D, an der die Originallackierung noch vorhanden war. Diese wurde genau dokumentiert, um sie wieder herzustellen bzw. auf die „SO“ zu übertragen.Die „SW“ war die letzte Saab 91D, an der die Originallackierung noch vorhanden war. Diese wurde genau dokumentiert, um sie wieder herzustellen bzw. auf die „SO“ zu übertragen.

 

Das Cockpit wurde von allen verwertbaren Teilen befreit und diese durch Abdeckungen ersetzt. Wir wussten ja nicht, was wir noch alles brauchen würden.
Der Zusammenbau der Safirs gestaltete sich nicht so einfach, wie anfangs angenommen. Da für einige Tätigkeiten Spezialwerkzeug nötig war, musste dieses erst nach Angaben von Mitarbeitern der Werft, die noch auf der „Safir“ gearbeitet hatten, angefertigt bzw. von der HVS geborgt werden. Besonders der Tragflügelanbau war ohne das notwendige Spezialwerkzeug nicht möglich. Da die „SO“ von irgendjemandem, irgendwann, irgendwo zerlegt wurde, war es uns auch nicht möglich einen Großteil der erforderlichen speziellen Schrauben und Bolzen aufzufinden.Das Cockpit wurde von allen verwertbaren Teilen befreit und diese durch Abdeckungen ersetzt. Wir wussten ja nicht, was wir noch alles brauchen würden.
Der Zusammenbau der Safirs gestaltete sich nicht so einfach, wie anfangs angenommen. Da für einige Tätigkeiten Spezialwerkzeug nötig war, musste dieses erst nach Angaben von Mitarbeitern der Werft, die noch auf der „Safir“ gearbeitet hatten, angefertigt bzw. von der HVS geborgt werden. Besonders der Tragflügelanbau war ohne das notwendige Spezialwerkzeug nicht möglich. Da die „SO“ von irgendjemandem, irgendwann, irgendwo zerlegt wurde, war es uns auch nicht möglich einen Großteil der erforderlichen speziellen Schrauben und Bolzen aufzufinden.

Das Altteilelager des guten alten Draken musste dafür mit Erfolg herhalten. Es wurden alle Steuerfunktionen wieder im Originalzustand hergestellt, Trimmseile neu verlegt und aus der „SP“ bzw. „SW“ alle fehlenden Teile z.B. Drehlicht, Positionslichter, Instrumente usw. original wieder an- bzw. eingebaut.Das Altteilelager des guten alten Draken musste dafür mit Erfolg herhalten. Es wurden alle Steuerfunktionen wieder im Originalzustand hergestellt, Trimmseile neu verlegt und aus der „SP“ bzw. „SW“ alle fehlenden Teile z.B. Drehlicht, Positionslichter, Instrumente usw. original wieder an- bzw. eingebaut.

Die Lackierung der „SO“ war in relativ gutem Zustand und sollte nur ausgebessert bzw. in die Originallackierung gebracht werden. Die einzige größere Lackierarbeit war das Anbringen der originalen Tagesleuchtfarbe an den entsprechenden Stellen. Der markante Pfeil wurde maßgenau aufgetragen und verlieh der Maschine wieder ihre richtige Optik. Die „SW“ leistete hier sehr gute Dienste. Für das Ausbessern bzw. Anbringen der Beschriftungen gab es zum Teil noch die Original-Schrift- schablonen, ein Wegwerfen von scheinbar nicht mehr benötigten Unterlagen zahlt sich also nicht aus.Die Lackierung der „SO“ war in relativ gutem Zustand und sollte nur ausgebessert bzw. in die Originallackierung gebracht werden. Die einzige größere Lackierarbeit war das Anbringen der originalen Tagesleuchtfarbe an den entsprechenden Stellen. Der markante Pfeil wurde maßgenau aufgetragen und verlieh der Maschine wieder ihre richtige Optik. Die „SW“ leistete hier sehr gute Dienste. Für das Ausbessern bzw. Anbringen der Beschriftungen gab es zum Teil noch die Original-Schrift- schablonen, ein Wegwerfen von scheinbar nicht mehr benötigten Unterlagen zahlt sich also nicht aus.

 

Text und Bilder: Johann JANSCHITZText und Bilder: Johann JANSCHITZ

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